Heizungsarten + Haus: Was ist im Fertighaus wirtschaftlich und effizient

Fertighäuser liegen im Trend und ermöglichen eine kostensparende Bauweise. Wichtig ist jedoch auch die energieeffiziente und damit günstige Heizung. Welche Heizungsarten gibt es für das Haus?

Heizung im Fertighaus: Welche Heizungsart kommt ins Haus?

Individuelle errichtete Häuser erfüllen zwar alle Wünsche, doch deren Bau ist mit hohen Kosten verbunden. Bauherren entscheiden sich daher immer häufiger für ein Fertighaus.

Doch der Bau an sich ist nicht alles, wenn man bedenkt, dass die Heizung rund 7,5 Prozent der gesamten Baukosten ausmacht. Es kommt daher darauf an, sich für die passende Heizungsart im Fertighaus zu entscheiden.

Moderne Heizsystems erfreuen nicht nur den Bauherren und den Hauseigentümer, weil die Kosten für eine solche Heizung deutlich unter den alten Varianten liegen.

Welche Vorteile bieten unterschiedliche Heizungsarten?

Auch die Umwelt profitiert von einer modernen Art der Wärmeversorgung, weil weniger Energie verbraucht wird. Doch welche Heizungsart ist die richtige im Fertighaus?

Hier sollen alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein: Wärmepumpe, Solarheizung, Pelletheizung oder eine kombinierte Heizungsanlage mit Öl oder Gas kommt infrage.

Gut zu wissen: Bei der Entscheidung für eine Heizungsart sollten auch mögliche Förderungen durch BMWi oder BAFA mit hineinspielen. Denn wenn der Staat noch ein paar Euro dazugibt, bleibt nach dem Bauen noch ein wenig Geld in der Kasse für den wohlverdienten Urlaub oder für die gewünschte Ausstattung im Haus.

Rechtliche Vorgaben im Haus beachten

Wird ein Fertighaus gebaut, geht es nicht nur nach den individuellen Vorlieben die Heizung betreffend. Es müssen auch rechtliche Vorgaben beachtet werden. Hier spielt das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien eine Rolle, das als Erneuerbare Energien Wärmegesetz bekannt ist.

Dieses schreibt allen Bauherren vor, dass die Wärmeversorgung nicht allein mit Öl oder Gas zu realisieren ist, sondern dass ein Teil der Heizungsanlage auf erneuerbare Energien zugreifen muss. Welche Heizungsart dann speziell gewählt wird, ist die Entscheidung des Bauherren und nicht zuletzt des vorhandenen Baubudgets.

Folgende Vorgaben sind einzuhalten:

  • integrierte Solarheizung muss die Wärmeversorgung zu mindestens 15 Prozent übernehmen
  • integrierte Biogasanlage muss einen Anteil von wenigstens 30 Prozent erbringen
  • integrierte Pelletheizung muss den Wärmebedarf zu mindestens 50 Prozent decken
  • integrierte Wärmepumpe muss den Anteil von mindestens 50 Prozent erbringen

Welche Heizungsart ist in Deutschland am stärksten verbreitet?

Infografik: Heizsysteme im Fertighaus. Diese Heizungsarten sind vertreten.

Infografik: Heizsysteme im Fertighaus. Diese Heizungsarten sind vertreten.

Infografik: Energieträger zu den Heizsystemen im Fertighaus

Infografik: Energieträger zu den Heizsystemen im Fertighaus

Überprüfung durch BMWi oder BAFA sinnvoll

Wird ein Fertighaus errichtet, muss sich der Bauherr in der Regel nicht um diese Vorgaben kümmern, denn der Anbieter des Hauses wird sie aus Eigeninteresse bereits einhalten. Eine Überprüfung schadet jedoch nicht, außerdem ist es gut zu wissen, welche Heizungsart integriert werden soll, damit die staatliche Förderung durch BMWi oder BAFA in Anspruch genommen werden kann.

Die Nutzung einer staatlichen Förderung ist an die Einhaltung der Vorgaben zu Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gebunden. Wer auf eine klassische Heizung im Einfamilienhaus setzt und diese nicht mit einer Pelletanlage oder einer Solarheizung bzw. mit einer anderen Art der Nutzung von erneuerbaren Energien zur Wärmegewinnung kombiniert, kann keinerlei Förderung beantragen.

Heizung im Haus als Hybridheizung konzipieren

Eine Hybridheizung nutzt mehrere Wärmeerzeuger und kombiniert diese. Die Heizungsanlage setzt zum Beispiel auf Gas, wobei in dem Fall eine Brennwertheizung installiert wird. Bei dieser kondensiert Wasserdampf im Abgas, die entstehende Kondensationswärme wiederum kann zum Beheizen des Gebäudes genutzt werden.

Wird dann noch eine Solarheizung integriert, sind alle Vorgaben des genannten Wärmegesetzes erfüllt und die Förderung der staatlichen Einrichtungen kann in Anspruch genommen werden.

Das Schöne für Bauherren ist dabei nicht nur das Geld, das durch die Förderung beansprucht werden kann, sondern auch die vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten und die günstigeren Kosten für den Brennstoff.

Wichtig zu wissen: Es muss keine Solarheizung installiert werden, gerade im Fertighaus ist das Arbeiten mit Modulen möglich. Diese wiederum erlauben den Austausch des Solarmoduls gegen eine Pelletheizung. Pellets sind ebenfalls ein günstiger Brennstoff und können im Rahmen des Förderprogramms verwendet werden.

Aufhängen ohne zu bohren: KfW-Effizienzhäuser zeichnet die Vakuumdämmung in den Außenwänden aus. Bohrt man hinein, ist das Vakuum futsch; dann werden auch die Wärmeemissionswerte nicht mehr eingehalten. Verhindern Sie solche Patzer, indem Sie Ihre Zimmerdekorationen und Regale ohne Schrauben, Dübel und Nägel aufhängen. Wir haben Ihnen da mal was vorbereitet:

Der Klebehaken eignet sich nicht nur an der Decke für Lampen, sondern auch an Wänden. Sollte Ihnen der mitgelieferte Haken optisch nicht zusagen, empfehlen wir Ihnen gerne auch den äußerst vielseitigen „Bad Kleber“, welcher auch beim Klebehaken mitgeliefert wird. Die Einsatzmöglichkeiten des Bad Klebers sind so vielseitig, dass man damit sogar High Heels reparieren kann.

Wärmepumpe im Fertighaus: Verschiedene Arten kommen infrage

In Sachen Energieeffizienz macht der Wärmepumpe so schnell keine andere Heizungsart etwas vor. Sie ist daher auch im Fertighaus erste Wahl und besitzt zahlreiche Vorteile, wie dieses Video zeigt:

Video: Modernisieren mit Wärmepumpe

Dabei gibt es nicht „die eine“ Wärmpumpe, sondern es kommen verschiedene Varianten in Betracht:

  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Diese Variante nutzt die Wärme aus Oberflächenwasser, Grund– und Abwasser. Für den Einbau ist eine wasserrechtliche Genehmigung nötig. Hat das zu nutzende Wasser einen hohen Gehalt an Eisen oder Mangan, kann es nicht genutzt werden, weil die Pumpe damit verstopfen könnte („Verschlackung“).

  • Sole-Wasser-Wärmepumpe

Diese zieht die Wärme aus der Erde und es müssen dafür Erdkollektoren verlegt werden. Auch das Einbringen von Erdsonden ist möglich, darüber lässt sich die Wärmeenergie, die im Boden gespeichert ist, aufnehmen. Wichtig ist dafür eine unversiegelte Freifläche, die mindestens doppelt so groß wie die Wohnfläche sein muss. Auf lehmigem oder sandigem Untergrund können die Kollektoren nicht installiert werden. Teilweise werden Bodengutachten gefordert.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe

Diese Variante entzieht der Außenluft die Wärme, die Pumpe ist vergleichsweise günstig. Eine gewisse Geräuschentwicklung ist möglich, daher müssen Lärmschutzvorschriften beachtet werden. Die Aufstellung erfolgt meist zur Straßenseite hin.

  • Luft-Luft-Wärmepumpe

Diese wird meist nur für große Gebäude verwendet und ist keine Alternative für ein übliches Einfamilienhaus. Diese Art der Wärmepumpen wird zur Erwärmung oder Kühlung der Luft, die durch die Klimaanlage benötigt wird, eingesetzt.

Gut zu wissen: Eine Wärmepumpe arbeitet auch im Winter zuverlässig, wie dieses Video zeigt:

Video: Arbeiten Luftwärmepumpen auch im Winter zuverlässig?

Gern wird einer Erdwärmepumpe unterstellt, dass sie genau das nicht leisten könne und dass die Energieeffizienz dieser Heizungsart bei Weitem nicht so groß sei, wie von den Herstellern dargestellt. Doch der Boden ist im Winter deutlich wärmer als die Luft und somit ist die Energieeffizienz dieser Wärmepumpe sogar noch größer als die der Luftwärmepumpe.

Anschaffungskosten der Heizung für das Fertighaus

Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, sind die Kosten für eine Heizung im Fertighaus nicht zu unterschätzen:

Infografik: Mit diesen Anschaffungskosten müssen Sie rechnen

Infografik: Mit diesen Anschaffungskosten müssen Sie rechnen

Bauherren tun gut daran, sich vor dem Beginn der Bauphase nicht nur die zugrunde liegenden Techniken und Vorteil der verschiedenen Heizungsarten anzusehen, sondern sich auch mit den Kosten auseinanderzusetzen.

Diese gestalten sich wie folgt:

  • Brennwertheizung

Die Kosten für eine Brennwertheizung im Einfamilienhaus liegen zwischen 5.000 und 12.000 Euro. Dazu kommen noch weitere Kosten zum Beispiel für den Warmwasserspeicher oder für einen Tank. Insgesamt können sich die Kosten auf bis zu 35.000 Euro belaufen. Dazu kommen laufende Kosten für Heizöl oder Gas.

  • Pelletheizung

Pellets haben einen hohen Wirkungsgrad und sind daher für die Heizung besonders interessant. Die Kosten für Pellets belaufen sich auf rund 500 bis 800 Euro pro Jahr. Die Installationskosten für eine Pelletheizung liegen zwischen 19.000 und 25.000 Euro.

  • Kamine oder Kaminöfen

Wird ein wasserführender Kaminofen installiert, der Brauchwasser erwärmen kann, liegen die Anschaffungskosten bei 500 bis 5.000 Euro. Bioethanolkamine kosten ab 100 Euro aufwärts.

  • Elektroheizung

Kein Mensch wird ein ganzes Haus per Elektroheizung beheizen, denn Energieeffizienz sieht anders aus! Als Zusatzheizung oder für das Beheizen von kleinen Räumen ist sie aber hilfreich. Pro Heizkörper liegen die Anschaffungskosten zwischen 100 und 500 Euro. Die Elektroheizung ist aber für ein Haus interessant, das zum Beispiel über eine Solarheizung eigenen Strom produziert und nutzt.

  • Wärmepumpe

Die Anschaffungskosten liegen zwischen 7.000 und 20.000 Euro, die Stromkosten bewegen sich zwischen 400 und 800 Euro im Jahr.

  • Solarthermie-Heizung

Die Anschaffungskosten sowie die Montage der Sonnenkollektoren betragen rund 4.000 bis 11.000 Euro, bis zu 50 Prozent des Wärmebedarfs eines Hauses können hierüber gedeckt werden.

  • Blockheizkraftwerk

Nano-Blockheizkraftwerke sind auch für ein Fertighaus geeignet, die Kosten dafür liegen zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Die laufenden Kosten betragen zwischen 800 und 1.600 Euro. Die Kostenersparnis liegt binnen weniger Jahre höher als der Anschaffungspreis.

  • Fernwärme

Die Anschlusskosten für die Heizung per Fernwärme liegen bei rund 5.000 Euro für ein Fertighaus als Einfamilienhaus, die laufenden Kosten bewegen sich zwischen 800 und 1.200 Euro im Jahr.

Heizungsoptimierung im Fertighaus: Kosten sparen durch Überprüfungen

Wie die folgende Grafik zeigt, erweist sich zum Beispiel eine Heizungspumpe älteren Jahrgangs durchaus als Stromfresser und damit als enormer Kostenfaktor:

Wird das Haus neu gebaut, ist die Heizungsanlage sicherlich auf dem neuesten Stand. Alle verwendeten Komponenten wurden unter dem Aspekt der Energieeffizienz eingebaut. Vielleicht gab es hier schon die Förderung durch BMWi oder BAFA, sodass die Installationskosten für die aktuell energiesparendste Heizung moderat blieben. Doch im Laufe der Jahre entwickelt sich die Technik weiter und anfängliche Energiesparkomponenten werden zur Kostenfalle.

Dabei ist gut zu wissen, dass die Förderung der Heizungsoptimierung durch das BAFA oder durch das BMWi möglich ist. Die Optimierung wird über einzelne Komponenten vorgenommen, wobei es Sache des Heizungsfachbetriebes ist, diese zu finden und auszutauschen.

In einzelnen Fällen kann auch der Austausch der kompletten Heizungsanlage nötig werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Heizung schon fünfzehn Jahre oder länger in Betrieb ist.

Eine solche Heizung wurde damals vielleicht als reine Ölheizung installiert. Später kamen Sonnenkollektoren dazu und sorgten dafür, dass das nötige warme Wasser energiesparend aufbereitet wurde. Doch die alte Ölheizung ist ein wahrer Stromfresser, nach und nach werden Reparaturen nötig oder es müssen laufende Nachjustierungen vorgenommen werden.

Die Heizungsoptimierung für das Haus besteht in dem Fall aus einem Austausch der kompletten Anlage, wofür die genannten Förderungen durch BMWi und BAFA in Anspruch genommen werden können.

Heizungsfachbetriebe beraten zu diesen Förderungen, entsprechende Flyer und Broschüren sind auf den Seiten der beiden Institutionen ebenfalls erhältlich. Sie erklären Hauseigentümern, was nun zu tun ist und wie sie an die neue Heizung für ihr Haus gelangen. In dem Zuge wird auch darüber beraten, welche Heizungsart überhaupt die beste ist, was sich nach den finanziellen Möglichkeiten ebenso richten muss wie nach dem Haus und dessen Größe.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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