KfW Förderung: Wärmepumpe fürs Fertighaus

Angesichts steigender Preise für Strom und Heizenergie wird es immer wichtiger, auf kostengünstige Produkte zu setzen, die gleichzeitig die Umwelt schonen. Mit der KfW Förderung ist die Wärmepumpe für jeden erschwinglich.

Wärmepumpe mit KfW Förderung: Auch im Fertighaus möglich?

Die meisten angehenden Bauherren wissen, dass die KfW Förderung für eine Wärmepumpe zu beantragen ist. Aber gilt das auch für Fertighäuser? Diese stellen für viele künftige Eigenheimbesitzer eine gute Alternative zu Massivhäusern dar, weil sie besonders kostengünstig sind, ohne dass auf Komfort verzichtet werden muss.

Wer ein Fertighaus kaufen möchte, kann aber auch mit diesen Vorteilen rechnen:

Kurze Bauzeit

Nach Fertigstellung von Keller und Bodenplatte kann die Montage binnen weniger Tage abgeschlossen werden.

Witterungsunabhängiger Bau

Fertighäuser lassen sich auch im Winter bauen, im Gegensatz zu Massivhäusern.

Niedrige Baukosten

Das wohl wichtigste Argument sind die niedrigeren Kosten durch Standardisierung und vorgefertigte Bauweise.

Energiesparend wohnen

Fertighäuser lassen sich als Effizienz- oder Passivhäuser bauen. Hier kommt die KfW Förderung oder die Förderung vom BAFA ins Spiel.

Die genannten Vorteile lassen sich noch durch weitere Beispiele ergänzen, sodass es nicht verwundert, dass sich viele Bauherren für ein Fertighaus entscheiden. In Kombination mit der Wärmepumpe ist es noch um ein Vielfaches attraktiver.

Das System rund um die Wärmepumpe bezieht seine Energie aus der Luft, wenn es sich um eine Luft-Wasser-Wärmepumpe handelt, oder aus dem Boden bei einer Erdwärmepumpe. Die Heizkosten, die ohne die Technik vorhanden waren, können um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Bei einem Neubau lassen sich von vornherein hohe Einsparungen in puncto Heizkosten erzielen.

Die Wärmepumpe wartet mit folgenden Vorteilen auf:

  • Energiequelle jederzeit vorhanden
  • niedrige Investitionskosten
  • KfW Förderung oder Förderung durch BAFA möglich
  • hoher Wirkungsgrad
  • unabhängig von konventionellen Heizmitteln
  • hoher Wohnkomfort
  • Das Funktionsprinzip der Wärmepumpe ist denkbar einfach: Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wird das flüssige Kältemittel im Kreislauf der Wärmepumpe mit der Außenluft durchströmt. Das Kältemittel selbst hat eine sehr niedrige Verdampfungstemperatur und nimmt nun rasch die Wärme der Außenluft auf. Es verdampft. Damit erhöht sich der Gasdruck der Pumpe, wobei die entstehende Energie dem System über einen Wärmetauscher zur Verfügung gestellt wird. Jetzt kühlt das Kältemittel wieder ab und verflüssigt sich.

    Im Expansionsventil wird es entspannt und kann jetzt erneut die Wärme aus der Luft aufnehmen. Sind die Außentemperaturen sehr niedrig, ist der Verdampfungseffekt weniger groß, der Wirkungsgrad der Anlage verringert sich. Teilweise kann es nötig werden, mit Strom einen zusätzlichen Heizstab zu betreiben.

    Eine andere Variante, die über BAFA und KfW Förderung im Haus installiert werden kann, ist die Split-Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie besteht aus zwei Einheiten und kann im Wirtschaftsraum installiert werden. Die kompakten Abmessungen erlauben es, diese Wärmepumpen im jedem Haus zu installieren. Die Inneneinheit wird dabei im Haus, die Außeneinheit draußen montiert, wofür die die Hauswand, das Dach oder das Außengelände genutzt werden kann.

    Das Kältemittel ist auch hier wieder flüssig und besitzt einen sehr niedrigen Siedepunkt.

    Die Außeneinheit besitzt den Verdampfer, in dem die Außenluft das Kältemittel erhitzt. Dieses verdampft dabei, der Gasdruck erhöht sich. Die gespeicherte Energie wird über den Wärmetauscher an die Inneneinheit weitergeleitet. Das Kältemittel kühlt nun ab und wird flüssig. Es entspannt sich im Expansionsventil und wird dem Kreislauf erneut zugeführt.

    Ein mit Strom betriebener Heizstab kann bei besonders niedrigen Außentemperaturen nötig werden, wenn das Heizen allein über die Split-Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht mehr möglich ist.

    Eine kontrollierte Be- und Entlüftung kann das energiebewusste Heizen ergänzen. Dabei wird ein mit Strom betriebenes System eingesetzt, das die Wohnräume regulierbar mit Frischluft versorgt. Die Fenster müssen dafür nicht geöffnet werden, denn ist immer genügend frische Luft im Haus. Eine derartige Variante schützt vor dem zu starken Auskühlen des Gebäudes durch dauerhaft gekippte Fenster.

    Generell wird zudem empfohlen, eine Solaranlage zu installieren, die beim Heizen zusätzlich eingesetzt wird. Sie kann das Warmwasser aufbereiten, während die Wärmepumpenheizung für das Erwärmen der Räume zuständig ist. Gerade im Sommer ist die Solaranlage oftmals ausreichend und die eigentliche Heizung hat Sommerpause.

    Die meisten angehenden Bauherren wissen, dass die KfW Förderung für eine Wärmepumpe zu beantragen ist. (Foto-Shutterstock: gcpics)

    Die meisten angehenden Bauherren wissen, dass die KfW Förderung für eine Wärmepumpe zu beantragen ist. (Foto-Shutterstock: gcpics)

    KfW Förderung für eine Wärmepumpe im Fertighaus

    Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich nicht nur auf die KfW Förderung für die Wärmepumpe im Fertighaus, sondern auch auf den Bau einer jeden anderen Hausbauvariante. Ein Bauherr bekommt durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Einbau einer Wärmepumpe gefördert, was über zinsgünstige Darlehen möglich wird. Auch Sonderförderungen oder Investitionskredite für Unternehmen sind möglich, wobei die Voraussetzungen für die einzelnen Förderungen unterschiedlich sind.

    Wichtig dabei ist, ob es sich um einen Neubau oder um eine Sanierung handelt. Die Programme „Energieeffizient sanieren“ und „Energieeffizienz bauen“ stehen hier zur Verfügung. Das besondere an den Förderungen ist, dass ein Kredit hier besonders zinsgünstig ist, eine lange Laufzeit haben kann oder tilgungsfreie Jahre anbietet. Das heißt, dass zum Beispiel in den ersten drei Jahren, nachdem der Kredit aufgenommen wurde, nur die anfallenden Zinsen gezahlt werden müssen. Eine Tilgungsrate ist noch nicht zu entrichten.

    Wenn es um die Sanierung geht, gibt es die Möglichkeit, einen Antrag auf einen Zuschuss zu stellen. Dieser muss dann auch nicht mehr zurückgezahlt werden. Ein zinsgünstiger Kredit ist ebenso möglich, wobei bei allen Varianten wichtig ist, dass nicht die Kosten für die Förderung ausschlaggebend sind, sondern der zu erreichende Grad der Energieeffizienz. Die Werte, die in der Energiesparverordnung festgelegt sind, sind ausschlaggebend für die Einstufung des Hauses in eine Energieeffizienzklasse. Es gibt hier das KfW Energieeffizienzhaus 55 oder 70.

    Wie genau sieht die KfW Förderung für die Wärmepumpe nun aus? Beim Kauf eines Hauses über einen Kredit kann der Einbau einer Erdwärmeheizung gefördert werden. Der Kredit wird dabei bis zu einer Summe von 75.000 Euro pro Wohneinheit vergeben, der effektive Jahreszins liegt derzeit bei 2,02 Prozent. Bis zu 30 Jahre kann die Laufzeit des Kredits festgelegt werden.

    Wer das Programm „Energieeffizient sanieren“ (430) nutzt, kann einen Antrag auf verschiedene Förderungen der KfW stellen. Gefördert werden hier Personen, die die Sanierung des Wohnraums mit Eigenkapital umsetzen. Die Zuschüsse betragen bis zu 13.125 Euro für höchstens zwei Wohneinheiten. Werden nur einzelne Maßnahmen durchgeführt, kann der Zuschuss bis zu 2.500 Euro betragen.

    Die KfW Förderung „Energieeffizient bauen“ kann auch für den Neubau eines Fertighauses verwendet werden. Hierfür muss allerdings der Energieeffizienzstandard 70 erreicht werden. Besser noch, der Standard eines Passivhauses wird angestrebt bzw. kann nach der Fertigstellung vorgezeigt werden. Dies gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen, die neben den Kosten nachgewiesen werden müssen.

    Soll das vorhandene Haus zum Energieeffizienzhaus 70 umgebaut werden oder sind derartige Anbauten geplant, kann ebenfalls ein Kredit gefördert werden, hier werden bis zu 100 Prozent der Baukosten übernommen, maximal sind 50.000 Euro pro Wohneinheit möglich.

    Wer das Programm „Energieeffizient sanieren“ (430) nutzt, kann einen Antrag auf verschiedene Förderungen der KfW stellen. (Foto- shutterstock_ Radovan1)

    Wer das Programm „Energieeffizient sanieren“ (430) nutzt, kann einen Antrag auf verschiedene Förderungen der KfW stellen. (Foto- shutterstock_ Radovan1)

    Zusammenfassung: KfW Förderung für eine Wärmepumpe

    Das Programm KfW Programm „Energieeffizient bauen“ kann unter Nachweis folgender Voraussetzungen genutzt werden:

  • Bau oder Erwerb eines nach KfW klassifizierten Effizienzhauses 70
  • Umbau bestehender Wohngebäude und Anbau neuer Wohneinheiten
  • Umbau bisher nicht genutzter Wohngebäude zu Wohnungen
  • gefördert wird nur, wenn der Antrag vor dem Hausbau oder dem Kauf bei der Hausbank gestellt wurde.

    Die KfW Förderung für eine Wärmepumpe ist mit der Förderung des BAFA in vollem Umfang zu kombinieren.

    Video: Wärmepumpen sinnvoll ?

    Förderungen des BAFA

    Die Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe können nicht nur über die KfW Förderung bezuschusst werden, sondern es ist auch möglich, einen Antrag auf Förderung beim BAFA zu stellen, wobei natürlich auch hier feste Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sein müssen.

    Gefördert werden durch das BAFA folgende Maßnahmen im Haus:

  • effiziente mit Strom oder Gas betriebene Wärmepumpen mit bis zu 100 kW Nennwärmeleistung
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen
  • Gas-Wärmepumpen
  • Direktverdampfung-Wasser-Wärmepumpen
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen
  • Sonderformen wie solargestützte Wärmepumpensysteme oder Nutzung von Abwärme

    Zu den Voraussetzungen, die nachgewiesen werden müssen, zählt, dass die Wärmepumpen einen Mindest-COP-Wert aufweisen müssen. Der Nachweis darüber ist über einen Prüfbericht von unabhängiger Seite beizubringen. Das BAFA bietet auf seinen Seiten zahlreiche Informationen über verschiedene Fördermöglichkeiten und außerdem eine Liste der Wärmepumpen, die überhaupt gefördert werden können.

    Nicht förderfähig sind gebrauchte Anlagen, selbst gebauten Wärmepumpen sowie Luft-Luft-Wärmepumpen und Brauchwasser-Wärmepumpen.

    Das Ziel sämtlicher Förderungen durch das BAFA ist es, dass bis zum Jahr 2020 rund 14 Prozent des Endenergieverbrauchs durch erneuerbare Energien abgedeckt werden. Dabei geht es nicht nur um das Heizen, sondern auch um das Kühlen, zumal eine gute Klimatechnik angesichts ständig steigender Durchschnittstemperaturen im Sommer immer wichtiger wird. Das BAFA hat damit die Zuschüsse erhöht, sodass sich die Kosten für Umrüstung und Neubau für Privatpersonen im Rahmen halten.

    Dadurch, dass nicht nur der Neubau, sondern auch Bestandsbauten gefördert werden, ergibt sich die Fördermöglichkeit für eine Vielzahl von Hausbesitzern. Das BAFA fördert nicht per Kredit, sondern per Zuschuss, wobei es in erster Linie darum geht, dass die kombinierte Warmwasserbereitung sowie das Heizen der Räume über die Wärmepumpe ermöglicht wird. Auch die Aufbereitung des warmen Wassers über eine thermische Solaranlage und das Heizen über die Wärmepumpe sind möglich.

    Der hydraulische Abgleich der Anlage muss nachgewiesen werden, damit es einen Zuschuss zu den Kosten gibt.

    Für ein Haus kommt die Basisförderung oder eine Zusatzförderung in Betracht:

    Förderung der Kosten für eine Luftwärmepumpe

    Wärmequelle: Luft
    JAZ mehr oder gleich 3,5
    Förderung mit 40 Euro/kW Nennwärmeleistung

    Leistungsgeregelte oder monovalente Luft-Wärmepumpe

    Wärmequelle: Luft
    JAZ mehr oder gleich 3,5
    Förderung mit 40 Euro/kW Nennwärmeleistung

    Erdwärmepumpe

    Wärmequelle: Erde (Erdkollektor)
    JAZ mehr oder gleich 3,8
    Förderung mit 100 Euro/kW Nennwärmeleistung

    Erdwärmepumpen

    Wärmequelle: Erde (Erdbohrung)
    JAZ mehr oder gleich 3,8
    Förderung mit 100 Euro/kW Nennwärmeleistung (wichtig: Erdsondenbohrungen müssen nach bestimmten Kriterien durchgeführt werden)

    Wasser-Wasser-Wärmepumpe

    Wärmequelle: Erde (Grundwasser)
    JAZ mehr oder gleich 3,8
    Förderung 100 Euro/kW Nennwärmeleistung

    Gasbetriebene Wärmepumpe

    Wärmequelle: Luft (Erde)
    JAZ mehr oder gleich 1,25
    Förderung 100 Euro/kW Nennwärmeleistung

    Wichtig zu wissen: Die KfW Förderung kann mit der Förderung der BAFA kombiniert werden. Ob für einen Neubau oder eine Sanierung, das spielt dabei keine Rolle. Außerdem wichtig: Wenn immer mehr mit Strom betrieben wird, sollte auch dieser Verbrauch bei allen Maßnahmen berücksichtigt werden.

    Über Marius Beilhammer

    Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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